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Dienstag, 5. März 2013

Wikipedia verstehen

[Foto: iStockphoto.com 16206307]
"Jeder kann schreiben, was er will" - das ist die gängige Vorstellung von Wikipedia. Dass dabei nichts herauskommen kann, scheint auf der Hand zu liegen, weswegen Wikipedia an vielen Schulen und Hochschulen zumindest verpönt, häufig sogar verboten ist. Die Gegner lassen sich auch nicht davon beirren, dass Studien der Online-Enzyklopädie eine hohe Qualität bescheinigen. In einem Abschnitt des Online-Lehrbuchs zum Web 2.0 auf D@dalos versuchen wir, die Informationen zusammenzustellen, die für das Verständnis dieses faszinierenden Projekts unerlässlich sind, um abschließend zu argumentieren, warum Wikipedia in Schule und Hochschule nicht nur eingesetzt werden kann, sondern sogar verwendet werden sollte (siehe Fazit). Der Abschnitt gliedert sich in neun Kapitel:

1. Wie ist Wikipedia entstanden?
2. Grundprinzipien von Wikipedia
3. Weitere Regeln in der Welt der "freien Enzyklopädie"
4. Erfolgsfaktoren und Wikipedianer
5. Motivation der AutorInnen
6. Wie schreibe ich einen Artikel?
7. Wie finanziert sich Wikipedia?
8. Weitere Projekte der Wikimedia Foundation
9. Fazit: Ist Wikipedia eine zuverlässige Quelle?

Mittwoch, 22. August 2012

Alarmismus und Angst allerorten

Im agora-wissen Blog habe ich eine Besprechung des Buchs "Die Datenfresser" von Constanze Kurz und Frank Rieger zum Anlass genommen, um mich mit der Einseitigkeit der Diskussion um Digitalisierung und Web 2.0 in Deutschland zu beschäftigen. Mein Lamento in Kurzform: Überall werden Ängste geschürt, die Chancen dagegen bleiben in der Regel ausgespart. Interessanterweise gilt das nicht nur für schlechte Bücher, die mit diesem Angst-Trend Geld verdienen wollen, sondern auch für gute Publikationen wie "Die Datenfresser". Das gesamte Lamento gibt es hier...

Dienstag, 3. Juli 2012

Aufsatz "Web 2.0 in der Hochschullehre"

Mandy Schiefner und Michael Kerres (Lehrstuhl für Mediendidaktik und Wissensmanagement der Universität Duisburg / Essen) haben für den Band "E-Learning: Einsatzkonzepte und Erfolgsfaktoren des Lernens mit interaktiven Medien" (hg. v. U. Dittler, München: Oldenbourg, 2011) einen Aufsatz zum Thema "Web 2.0 in der Hochschullehre" verfasst (preprint als pdf), der versucht, einen Überblick zu geben.

Ausgehend von einer Begriffsbestimmung von "Web 2.0" und der Feststellung, dass im und durch das Web 2.0 Grenzen verschwimmen (zwischen Arbeit und Privatleben, zwischen Lehrenden und Lernenden etc.), versuchen sie eine systematische Bestandsaufnahme der Einsatzmöglichkeiten von Social Software in der Lehre. Dabei versuchen die Autoren, "...nicht die Technologie in den Vordergrund zu rücken, sondern das jeweilige Bildungsproblem. (...) Im Vordergrund ... steht also das didaktische Problem, das es zu lösen gilt und für das Social Software als Bildungswerkzeug genutzt werden kann" (S. 4, preprint).

Kursorisch geht es dann um Blogs, Wikis, Podcasts, Social Bookmarking oder Twitter zur Begleitung von Vorlesungen auf der einen, Seminaren / Übungen / Exkursionen auf der anderen Seite. Eine entscheidende Änderung scheint mehrfach auf, nämlich die Tatsache, dass es heute nicht mehr schwierig und teuer, sondern kinderleicht und kostenlos ist, etwas zu publizieren und damit ein (potenziell sehr großes) Publikum anzusprechen und (vielleicht) in einen Dialog einzutreten.
Das Fazit der Autoren: "Web 2.0 bietet einige Mehrwerte für die Gestaltung des Lehrens und Lernens an Universitäten, zusammenfassend vor allem die Möglichkeit, Partizipation, Kompetenzerleben, soziale Eingebundenheit sowie die Autonomie der Studierenden zu steigern. Jedoch darf nicht verschwiegen werden, dass die Integration von Web 2.0 in die Lehre nicht einfach zu realisieren ist, da sie mit einigen Grenzverschiebungen einhergeht" (S. 10, preprint).
Als Ergänzung zu diesem Aufsatz eignet sich das Dossier "Web 2.0 in der Bildungsarbeit", das Jöran Muuß-Merholz für die Website der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) erstellt hat und das sich durch größere Praxisnähe auszeichnet.

Wichtige Aspekte, die in unseren Seminaren zum Thema "Web 2.0 in der Lehre" im Mittelpunkt stehen, werden übrigens in beiden Fällen nicht angesprochen, etwa alle Fragen des persönlichen webbasierten Wissensmanagements, der Arbeitsorganisation oder der Recherche mit Web 2.0-Tools...

Sonntag, 3. Juni 2012

Tagging

Taggen (= das Hinzufügen von Schlagwörtern zu Fotos, Websites, Videos, Bookmarks etc.) ist in vielerlei Hinsicht für die digitale Welt zentral:
"Im Sinne von Web 2.0 als Philosophie, die sowohl die kollektive Intelligenz als auch den individuellen Nutzen der einzelnen Teilnehmer durch dynamische und formalisierte Austauschprozesse maximiert (...), sind Tags und die darauf basierende Folksonomy das Rückgrat dieser Bewegung, da sie das Wiederfinden und Teilen nutzergenerierter Inhalte zu großen Teilen überhaupt erst ermöglichen."
[Matthes Fleck/Lars Kirchhoff: Folksonomy und Tags oder warum es im Web keine Regale gibt, in: Miriam Meckel/Katarina Stanoevska-Slabeva (Hg.) (2008), Web 2.0. Die nächste Generation Internet, Baden-Baden: Nomos, S. 189-200]
Zwei Bücher, die einander ergänzen, konnten sich als Standardwerke für das Thema Tagging etablieren. Zum einen David Weinbergers "Everything is Miscellaneous. The Power of the New Digital Disorder" (Times Books 2007, deutsch: "Das Ende der Schublade"), das die Thematik originell philosophisch aufgreift, und zum anderen das Buch "Tagging. People-Powered Metadata for the Social Web" von Gene Smith, das die praktisch-technische Seite in den Vordergrund stellt.
"Tagging is a new form of information management that sits at the boundaries of personal organization, information architecture, and online community. Its widespread adoption over the past few years shows that it's more than a passing trend; it's a new and interesting facet of our digital culture."
[Gene Smith (2008), Tagging. People-Powered Metadata for the Social Web, Berkeley: New Riders, Buchumschlag]
Wem eine kurze Darstellung genügt, dem sei der Abschnitt "Tagging: Denken 2.0" aus meinem Online-Lehrbuch zum Web 2.0 empfohlen.